Du stehst vor dem Kauf und die Angaben verwirren dich mehr als sie helfen. „Bis 20 m²“, „bis 40 m²“, „für 30 Liter pro Tag“. Was davon passt jetzt zu deinem Raum? Ich habe in den letzten Jahren mehr als ein Dutzend Geräte selbst getestet und den einen Fehler zigmal gesehen: Ein Gerät zu klein gekauft, ein halbes Jahr später ist es wieder verkauft. Damit dir das nicht passiert, habe ich einen einfachen Rechner gebaut.
Luftentfeuchter Größe berechnen – Kurzantwort
Multipliziere deine Raumgröße in Quadratmetern mit einem Feuchtefaktor: 0,3 (leichte Feuchte, Wohnraum) · 0,7 (mittel, Bad/Küche) · 1,4 (stark, feuchter Keller oder Neubau). Das Ergebnis ist der Bedarf in Litern pro Tag. Beispiel Wohnraum 25 m² leicht: 25 × 0,3 = 7,5 L/Tag → Mini-Gerät. Für höhere Decken multiplizierst du zusätzlich mit einem Höhenfaktor. Der Rechner unten macht das automatisch.
Raumtyp (optional – setzt Werte automatisch):
Wohnräume mit normaler Nutzung, gelegentliches Wäschetrocknen. Relative Feuchte bis rund 60 %.
Empfohlener Bedarf
6L/Tag
Geräteklasse
Mini
bis 12 L/Tag
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Richtwerte auf Basis der Faustformel Volumen × Feuchtefaktor. Bei extremen Situationen (Wasserschaden, Neubau-Trocknung) ist ein Fachurteil ratsam. *Werbelink zu Amazon.
So funktioniert der Rechner (und warum ich ihm vertraue)
Der Rechner nutzt eine einfache Faustformel, die sich in der Praxis bewährt hat:
Bedarf in Litern pro Tag = Quadratmeter × Feuchtefaktor × Höhenfaktor
Der Feuchtefaktor ist der entscheidende Wert. Er sagt: Wie viel Wasser fällt pro Quadratmeter täglich an?
- Leicht (0,3): Wohnräume, Schlafzimmer, gelegentliches Wäschetrocknen. Deine relative Feuchte pendelt zwischen 50 und 60 Prozent.
- Mittel (0,7): Bad, Küche, Hauswirtschaftsraum. Regelmäßig Wasserdampf, oft um die 65 Prozent.
- Stark (1,4): Feuchter Keller im Altbau, Neubau in der Estrich-Trocknungsphase, dauerhaft über 75 Prozent. Hier bilden sich ohne Gegenmaßnahme irgendwann Schimmelflecken.
Der Höhenfaktor korrigiert das Ergebnis, weil ein Raum mit 3 Metern Deckenhöhe deutlich mehr Luft enthält als einer mit 2,4 Metern. Bei Standardhöhen ist der Aufschlag klein, bei Altbau-Räumen mit 3 Metern rechnet der Rechner rund 25 Prozent mehr Leistung ein.
Beispielrechnungen aus der Praxis
Damit du ein Gefühl bekommst, wie sich die Zahlen konkret verhalten, ein paar typische Fälle:
- Wohnzimmer 25 m², Deckenhöhe 2,5 m, leichte Feuchte: rund 8 Liter pro Tag. Mini-Gerät reicht.
- Schlafzimmer 15 m², Deckenhöhe 2,4 m, leichte Feuchte: rund 4,5 Liter pro Tag. Klar Mini-Klasse.
- Bad 6 m², Deckenhöhe 2,4 m, mittlere Feuchte: rund 4 Liter pro Tag. Mini-Gerät, aber mit Hygrostat.
- Keller 40 m² im Altbau, Deckenhöhe 2,4 m, starke Feuchte: rund 56 Liter pro Tag. Das ist XL-Terrain, praktisch ein Bautrockner.
- Keller 40 m² im Neubau, mittlere Restfeuchte: rund 28 Liter pro Tag. Mittel-Klasse, 20-30 Liter.
- Neubau 100 m² komplett, Estrich noch feucht, 2,6 m Decken: rund 151 Liter pro Tag. In der Praxis läuft dann ein Bautrockner mehrere Wochen, oft mit Miete statt Kauf.
Warum die Formel realistisch ist – und wo ich sie selbst geprüft habe
Ich bin kein Ingenieur, sondern Hausbesitzer im Altbau. Meine Werte kommen aus über einem Jahrzehnt Erfahrung mit dem Thema und den mehr als zwölf Geräten, die ich selbst gemessen und ausprobiert habe.
Zwei konkrete Situationen, an denen sich die Formel für mich bewährt hat:
Mein eigener Altbau-Keller (40 m², 2,3 m Decken, permanent über 75 Prozent). Formel sagt: rund 56 Liter pro Tag. In der Realität läuft mein Kompressor-Gerät der 30-Liter-Klasse im Sommer bei geschlossener Tür knapp an seiner Leistungsgrenze und schafft es, den Raum dauerhaft unter 60 Prozent zu halten. Ein Mini-Gerät oder ein Salzbeutel wäre hier verlorene Liebesmüh gewesen. Genau diesen Fehler habe ich in den ersten Jahren zweimal gemacht.
Der Neubau eines befreundeten Bauherrn (rund 110 m², frischer Estrich). Nach dem Einzug wollten die beiden die Estrich-Restfeuchte kontrolliert auffangen, damit nicht überall die Fenster tagelang gekippt werden müssen. Formel sagt: über 100 Liter pro Tag Bedarf. Wir haben einen Bautrockner mit 50 Liter Kapazität für vier Wochen laufen lassen (nicht 24/7, sondern nach Hygrometer geregelt), plus regelmäßiges Stoßlüften. Nach vier Wochen war die Luftfeuchte stabil unter 55 Prozent, und der Wohnbereich war ohne Extremmaßnahmen bewohnbar. Das ist übrigens ein Fall, wo Luftentfeuchter ohne Strom als alleinige Lösung völlig überfordert wären.
Der Rechner ist keine Zauberei, sondern eine ehrliche Faustformel. Er ersetzt kein Fachurteil bei Wasserschäden oder baulichen Mängeln, aber er verhindert die zwei häufigsten Fehler: zu klein gekauft, oder viel zu groß gekauft.
Der häufigste Fehler beim Kauf
Wenn ich Leser-Zuschriften mit „Ich habe das falsche Gerät gekauft" lese, ist es in neun von zehn Fällen die gleiche Geschichte: Ein günstiges 10-Liter-Gerät für einen Keller gekauft, in dem eigentlich 25 bis 30 Liter Tageskapazität nötig gewesen wären. Das Gerät läuft dann rund um die Uhr, kommt trotzdem nicht gegen die Feuchte an, frisst Strom und wird nach einem halben Jahr resigniert wieder verkauft.
Der zweitgrößte Fehler ist der umgekehrte: 40-Liter-Bautrockner für ein normales Wohnzimmer. Das Gerät ist dann laut, teuer im Anschaffungspreis und trocknet die Luft binnen Stunden unter 40 Prozent, was für die Atemwege und das Raumklima genauso schlecht ist wie zu feucht.
Zwischen diesen beiden Fehlern liegt der Sweet-Spot, den dir der Rechner zeigt. Nimm den Wert nicht bis auf die Kommastelle wörtlich, sondern als Klassen-Hinweis. Wenn du bei 11 Litern rauskommst, greif zur Klein-Klasse, nicht zur Mini-Klasse. Reserve schadet nicht, Untermotorisierung schon.
Wenn dein Ergebnis in Richtung „Mittel" oder „Groß" geht – meine Empfehlungen
Für die zwei Klassen, in denen Kaufentscheidungen am häufigsten fallen, hier direkt die Auswahl, die aktuell auf Amazon rotiert. Ich aktualisiere diese Auswahl regelmäßig, damit du keine ausverkauften Geräte angezeigt bekommst:
- Smarte App & Digitales Display: Mit der kostenlosen Pro Breeze Smart App und dem...
- Automatischer Feuchtigkeitssensor: Der eingebaute Feuchtigkeitssensor misst die...
- Innovative Funktionen: Dieser Luftentfeuchter ist mit einer intelligenten...
Wenn du eher in der Salz-/Granulat-Klasse für kleinere Räume landest, ist das hier die passende Auswahl:
- EFFEKTIV GEGEN FEUCHTIGKEIT: Dieser BonAura dehumidifier ist ein effektiver...
- ANGENEHMES RAUMKLIMA: Der Luft Entfeuchter sorgt für ein angenehmes Raumklima...
- RÄUME BIS 40m²: Die Raum Entfeuchter funktionieren ideal in allen Räumen bis...
Für einen belastbaren Wert brauchst du übrigens ein Hygrometer – sonst rätst du bei der „Feuchte-Stufe" nur. Meines steht seit Jahren im Keller und war die günstigste Investition mit dem größten Aha-Effekt:
- 【Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Messung】LCD digital...
- 【Breite der Anwendbarkeit】Das Thermometer und Hygrometer können zur...
- 【Schnelle Reaktionszeit】Aktualisiert sich alle 10 Sekunden automatisch...
Was der Rechner nicht kann (und was ihn ersetzen kann)
Ehrlich: Der Rechner ist eine Faustformel, keine bauphysikalische Simulation. Er berücksichtigt nicht:
- Aktive Feuchtequellen wie undichte Wände oder aufsteigende Bodenfeuchte. Wenn Wasser aktiv ins Haus dringt, hilft kein Entfeuchter – da muss ein Fachbetrieb ran.
- Extreme Außenklima-Schwankungen (feuchter Sommer versus trockener Winter). Der Rechner geht vom Ist-Zustand aus.
- Kombinationen mit Lüftungsverhalten. Wer nie richtig lüftet, produziert dauerhaft mehr Feuchte, als der Entfeuchter wegschaffen kann.
Das Umweltbundesamt empfiehlt, die relative Luftfeuchtigkeit im Wohnbereich dauerhaft unter 60 Prozent zu halten, um Schimmelbildung vorzubeugen. Das ist die Zielmarke, an der du dein Ergebnis messen solltest.
Und was kostet mich das Gerät im Betrieb?
Größe zu kennen ist die eine Hälfte der Kaufentscheidung. Die andere Hälfte sind die Stromkosten, die bei elektrischen Kompressor-Geräten spürbar sein können. Für diese Frage habe ich einen eigenen Rechner gebaut:
→ Zum Stromverbrauchs-Rechner: Was kostet mein Luftentfeuchter im Betrieb?
Gib Wattzahl, Laufzeit und Strompreis ein – du siehst sofort die Kosten pro Tag, Monat und Jahr.
Häufige Fragen zur Luftentfeuchter-Größe
Wie viel Liter pro Tag brauche ich für 20 m²?
Bei leichter Feuchte in einem Wohnraum mit 2,4 m Decken rund 6 Liter pro Tag – Mini-Klasse. Bei mittlerer Feuchte (z. B. großes Bad) rund 14 Liter, also Klein-Klasse. Bei starkem Feuchteproblem (feuchter Kellerraum) rund 28 Liter, Mittel-Klasse.
Wie viel Liter für 30 m²?
Wohnraum leicht: 9 Liter, Mini. Mittel (Wäscheraum, Küche): 21 Liter, Mittel-Klasse. Feuchter Keller: 42 Liter, Groß.
Wie viel Liter für 40 m²?
Wohnraum leicht: 12 Liter, Grenzfall Mini/Klein. Mittel: 28 Liter, Mittel. Feuchter Altbau-Keller: 56 Liter, XL-Klasse bzw. Bautrockner.
Ist ein zu großer Luftentfeuchter schädlich?
Nicht direkt schädlich, aber unwirtschaftlich und unangenehm: Er trocknet die Luft schnell unter 40 Prozent, was Schleimhäute und Atemwege reizt. Und er kostet in der Anschaffung mehr als nötig. Ein Hygrostat verhindert das Schlimmste, ersetzt aber keine passende Dimensionierung.
Reicht ein Granulat-Entfeuchter für den Keller?
Für einen kleinen, nur leicht feuchten Keller bis vielleicht 10 m² ja. Für einen richtigen feuchten Altbau-Keller mit 40 m² und über 75 Prozent Luftfeuchte: nein. Ich habe das durch, es funktioniert nicht. Da braucht es einen elektrischen Kompressor-Entfeuchter. Details in meinem Artikel zu Luftentfeuchter mit Granulat.
Muss ich den Rechner-Wert exakt treffen?
Nein, denk in Klassen. Wenn du bei 22 Litern rauskommst, ist die 20-30-Liter-Klasse richtig – nicht ein Gerät mit exakt 22 Litern. Reserve nach oben ist besser als knapp bemessen, weil Geräte selten unter Idealbedingungen laufen.
Über den Autor
Lukas beschäftigt sich seit 2012 mit Luftfeuchtigkeit und Raumklima. Der Auslöser war ein Feuchtigkeitsproblem im eigenen Altbau – seitdem hat er über ein Dutzend Luftentfeuchter getestet, vom Aldi-Granulat bis zum Pro Breeze 20L. Als Vater von zwei Kindern achtet er besonders auf ein gesundes Raumklima. Mehr über Lukas →