Wer ein Haus, einen Wohnwagen oder ein innenliegendes Bad hat, kennt sie: die Luftentfeuchter auf Salzbasis, die stromlos gegen Feuchtigkeit, Stockflecken und muffige Gerüche arbeiten. Auch wer im Winter Wäsche im Wohnraum trocknet, stellt so ein Gerät auf. Das Problem: Die Nachfüllbeutel kosten im Handel vier bis sechs Euro und sind alle paar Wochen leer. Wenn du mehrere Entfeuchter im Einsatz hast, läuft dir da übers Jahr richtig Geld weg. Genau das lässt sich mit ein paar Cent pro Beutel selbst machen, und ich zeige dir, wie.
Luftentfeuchter selber machen, die Spar-Rechnung vorab
- Rohstoff: Calciumchlorid im 5-kg-Eimer kostet rund 10 bis 15 Euro.
- Kosten pro Füllung: ein 450-g-Beutel kommt so auf unter einen Euro statt vier bis sechs Euro im Handel.
- Aufwand: alten Feinstrumpf mit Salz füllen, zuknoten, fertig in unter fünf Minuten.
- Lohnt sich: ab zwei bis drei Entfeuchtern im Dauereinsatz. Bei nur einem kleinen Beutel eher nicht.
Luftentfeuchter selber machen: warum sich das Nachfüllen lohnt
Kaufst du die passenden Nachfüllbeutel im Handel, zahlst du zwischen fünf und fünfzehn Euro pro Packung. Das geht ins Geld, denn so ein Entfeuchter braucht im Schnitt alle drei bis vier Wochen einen neuen Granulatbeutel. Bei mehreren Geräten summiert sich das schnell auf einen zweistelligen Betrag im Monat.
Da mir das auf Dauer zu teuer wurde, habe ich mich nach einer Alternative umgesehen und bin fündig geworden. Der Trick steckt im Rohstoff, den die fertigen Beutel enthalten.
Was steckt in den Nachfüllbeuteln? Calciumchlorid und Magnesiumchlorid
Wirf einfach mal einen Blick auf die Verpackung deiner Nachfüllbeutel. Die meisten enthalten Calciumchlorid. Das ist ein grobkörniges Salz, das in der Natur vorkommt und unter anderem bei der Sodaherstellung anfällt. Es ist stark hygroskopisch, das heißt, es zieht Feuchtigkeit aus der Luft und bindet sie in einer salzigen Lösung.
Calciumchlorid ist reizend und sollte nicht auf die Haut oder in die Augen gelangen. Gleichzeitig ist es als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen und wird etwa als Festigungsmittel eingesetzt. Bei sachgemäßer Anwendung im geschlossenen Beutel ist es damit auch für Schlaf- oder Kinderzimmer geeignet. Wichtig: außer Reichweite von Kindern und Haustieren aufbewahren.
Der große Vorteil gegenüber elektrischen Luftentfeuchtern: Salzentfeuchter arbeiten selbstregulierend und ohne Stromanschluss, sogar bei Minusgraden. Deshalb funktionieren sie auch im Wohnwagen, in der Gartenhütte oder im unbeheizten Keller.
Alternative Magnesiumchlorid
Es gibt auch Beutel mit Magnesiumchlorid. Die Eigenschaften ähneln denen von Calciumchlorid stark, die Feuchtigkeitsaufnahme läuft sogar etwas schneller. Für das Selbstbefüllen kannst du beide Salze verwenden, Calciumchlorid ist meist einfacher zu bekommen und günstiger.
Nachfüllbeutel selbst befüllen: die Anleitung für Sparfüchse
Im Internet und im Fachhandel bekommst du Calciumchlorid im 5-kg-Eimer für rund zehn bis fünfzehn Euro. Umgerechnet zahlst du damit für eine 450-g-Füllung weniger als einen Euro, statt vier bis sechs Euro für einen fertigen Beutel. Mehr als einen alten Strumpf brauchst du nicht.
Nachdem meine gekauften Nachfüllbeutel aufgebraucht waren, hatte ich meinen ersten selbstbefüllten Beutel in unter fünf Minuten gebastelt. Dazu habe ich einen alten Feinstrumpf meiner Frau mit rund 750 g Calciumchlorid gefüllt und zugeknotet. Das Salz hatte ich vorab bei Amazon bestellt, für 5 kg samt Porto knapp 15 Euro.
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Wer es einfacher mag, greift statt zum losen Eimer zu praktischen 1-kg-Portionsbeuteln. Die sind minimal teurer, aber sauberer im Handling.
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Da Calciumchlorid reizend ist, empfiehlt der Hersteller Handschuhe und im Zweifel eine Schutzbrille. Beim Umfüllen aus dem Eimer in den Strumpf ist das sinnvoll, staubt es doch etwas. Wer ruhig arbeitet, kommt auch mit Handschuhen allein aus.
Den fertigen Sockenbeutel legst du dann in deine Entfeuchterbox, genau wie einen gekauften Nachfüllbeutel. Das restliche Salz lagerst du luftdicht im gelieferten Eimer, dort hält es sich problemlos mehrere Monate bis Jahre.
Welcher Behälter und wie ist es mit Säckchen?
Als Behälter reicht jede handelsübliche Entfeuchterbox mit Siebeinsatz, in die sonst der Kaufbeutel kommt. Wer kein solches Gehäuse hat, stellt den Strumpf einfach in eine Schale, die die auslaufende Salzlösung auffängt. Für kleine Bereiche wie Schränke oder das Handschuhfach kannst du dir kleinere Säckchen selbst nähen oder knoten, wichtig ist nur, dass die Lösung nicht auf Textilien oder Metall tropft.
Taugen Hausmittel wie Reis oder Katzenstreu?
Kurz und ehrlich: nur bedingt. Reis oder Speisesalz ziehen etwas Feuchtigkeit, aber so wenig, dass es allenfalls für einen Schuhkarton reicht. Etwas besser ist Katzenstreu auf Silikagel-Basis, das tatsächlich als Trockenmittel arbeitet. Für einen Raum bleibt Calciumchlorid aber deutlich wirksamer und günstiger pro Gramm gebundenem Wasser.
Auto-Entfeuchter selbst gemacht
Beschlagen dir im Winter ständig die Autoscheiben, funktioniert das gleiche Prinzip auch im Fahrzeug: ein selbstbefüllter Salzbeutel im Fußraum zieht die Feuchtigkeit aus der Luft. Achte nur darauf, dass die auslaufende Lösung nicht auf Polster oder Blech gelangt, stell den Beutel also in eine dichte Schale. Mehr dazu, was im Auto wirklich hilft, liest du im Ratgeber Feuchtigkeit im Auto vermeiden.
Was du brauchst: die Einkaufsliste
Für deinen selbstgebauten Entfeuchter brauchst du nur drei Dinge:
Falls noch nicht vorhanden, eine nachfüllbare Entfeuchterbox als Behälter:
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Dazu Calciumchlorid im 5-kg-Eimer (oder als 1-kg-Beutel, siehe oben) und zum Schluss eine alte Socke oder einen Feinstrumpf. Das war’s.
Wohin mit der Flüssigkeit und Sicherheit
Wenn der Beutel gesättigt ist, sammelt sich im Behälter eine Salzlösung. Die kippst du in kleinen Mengen verdünnt in den Abfluss oder die Toilette, sie besteht im Wesentlichen aus Wasser und gelöstem Salz. Ausgehärtete Salzreste kommen in den Restmüll.
Denk daran, dass ein Salzentfeuchter die Feuchtigkeit senkt, aber kein bauliches Problem löst. Bei dauerhaft hoher Luftfeuchte solltest du zuerst die Ursache angehen. Das Umweltbundesamt rät, die relative Luftfeuchtigkeit dauerhaft unter 60 Prozent zu halten, um Schimmel vorzubeugen. Regelmäßiges Lüften bleibt die Basis, der selbstbefüllte Beutel ist die günstige Unterstützung.
Fazit: lohnt sich das Selbstbefüllen?
Wer mehrere Entfeuchter im Dauereinsatz hat, spart mit selbstbefüllten Beuteln in kurzer Zeit deutlich Geld, aus einem 15-Euro-Eimer werden viele Füllungen, die im Handel ein Vielfaches kosten würden. Hast du dagegen nur einen einzigen kleinen Entfeuchter und keine Lust auf die Bastelei, bleibst du mit dem gekauften Nachfüllbeutel besser dran. Für alle anderen ist das Selbstbefüllen eine der einfachsten Methoden, laufende Kosten spürbar zu senken.
Häufige Fragen zum Luftentfeuchter selber machen
Kann man einen Luftentfeuchter selber bauen?
Ja. Am einfachsten füllst du Calciumchlorid in einen Beutel oder Strumpf und legst ihn in eine Entfeuchterbox. Das Salz zieht die Feuchtigkeit aus der Luft, genau wie ein gekaufter Nachfüllbeutel, nur für einen Bruchteil der Kosten.
Was kostet Selbstbefüllen im Vergleich zum Kauf?
Ein 5-kg-Eimer Calciumchlorid kostet rund 10 bis 15 Euro. Eine 450-g-Füllung liegt damit unter einem Euro, während ein fertiger Nachfüllbeutel im Handel vier bis sechs Euro kostet.
Silikagel oder Calciumchlorid, was ist besser?
Für Räume ist Calciumchlorid günstiger und wirksamer, es bindet mehr Wasser. Silikagel punktet in kleinen, geschlossenen Bereichen wie Schränken oder Elektronik und lässt sich trocknen und wiederverwenden.
Kann man Katzenstreu als Raumentfeuchter nehmen?
Katzenstreu auf Silikagel-Basis zieht tatsächlich Feuchtigkeit und eignet sich für kleine Bereiche in einer offenen Schale. Für einen ganzen Raum ist es aber deutlich schwächer als Calciumchlorid.
Wohin mit der Flüssigkeit aus dem Luftentfeuchter?
Verdünnt in kleinen Mengen in den Abfluss oder die Toilette. Sie besteht überwiegend aus Wasser und gelöstem Salz. Ausgehärtete Reste gehören in den Restmüll.
Über den Autor
Lukas beschäftigt sich seit 2012 mit Luftfeuchtigkeit und Raumklima. Der Auslöser war ein Feuchtigkeitsproblem im eigenen Altbau, seitdem hat er über ein Dutzend Luftentfeuchter getestet und seine Nachfüllbeutel seit Jahren selbst befüllt. Als Vater von zwei Kindern achtet er besonders auf ein gesundes Raumklima. Mehr über Lukas →